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Der Webstuhl besteht überwiegend aus Holz
und einem raffinierten System aus Schnüren |
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Die Fäden für den Grund hat der Meister
in einem Schiffchen,
die Spulen für das Ornament heißen 'Bügelschützen' |
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| Noch sind die Fransen in einer Webkante fixiert |
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Gleich hinter der Münchner St. Paulskirche
hat der Posamentiermeister Rudi Feldl seinen Arbeitsplatz. Eigentlich
ist der 67-jährige schon seit einigen Jahren in Rente, doch zu besonders
anspruchsvollen Arbeiten, holt ihn sein Chef manchmal noch an die uralten
Webstühle. Die fast ausgestorbene Kunst des Quastenkettelns, des
Quastenschneckens und des Bortenwebens erfüllt dann die Werkstatt,
die 1865 gegründet wurde, mit neuem Leben.
Mein Meister hat mir erzählt, als er Lehrbub war, daß der
Webstuhl auch schon nicht mehr ganz neu war. Über hundert Jahre dürfte
er inzwischen sein.’
Es ist ein Auftrag für Schloß Nymphenburg an dem der Meister
sein Können noch einmal unter Beweis stellt und eine 'gefranste Kreuzkrepin'
webt. Aus tausenden verschiedener Garne und Fäden, die in allen Farben
in den Regalen schillern, wählt er die passenden aus.
Während er den Stuhl einrichtet und 'Tritt für Tritt' mit
der Borte beginnt, entstehen unter den geschickten Händen zweier
Quastenmacherinnen passende Raffhalter. Sie werden über Holzformen
gesponnen, die die Manufaktur noch aus dem vor- vorigen Jahrhundert am
Lager hält.
Rudi Feldl ist einer der Letzten seines Standes, der noch all die Künste
beherrscht, mit denen in vergangenen Jahrhunderten bürgerliche Wohnungseinrichtungen
und herrschaftliche Schlösser ausgestaltet wurden. Heute sind Restauratoren,
Bühnenbildner und doch wieder manche Innenarchitekten seine Kunden.
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