Der Letzte seines Standes?

Der
Stohdachdecker
vom
Tschögglberg

28 min
35 Euro
  Der Strohdachdecker bei der Arbeit

    

Der Strohdachdecker beim Ernten

Roggenstroh ist wegen seiner langen Halme am besten geeignet. Doch hier im Gebirge wird es kaum mehr angebaut.


Der Strohdachdecker bei der Arbeit
Dachschaben heißen die Strohbündel. Einige hundert braucht er für so einen Streifen.

Stadl mit Strohdach

Ursprüngliche hatte
am Tschögglberg fast jedes Wirtschaftsgebäude ein Strohdach. Heute sind nur noch eine Hand voll übrig.

Noch vor wenigen Jahrzehnten prägten die strohgedeckten Stadel am Tschögglberg, tausend Meter oberhalb von Meran, das Bild einer ganzen Landschaft. Heute kann man die archaischen Dächer an einer Hand abzählen, Ziegel und Blech haben die aufwendigen Dachkonstruktionen ersetzt.

Der Film begleitet einen der letzten Strohdachdecker Südtirols bei seiner schwindelerregenden Arbeit. Franz Pircher ist ein Meister im Umgang mit Holz und Stroh. Er soll den 400 Jahre alten Stadel der beiden 80-jährigen Bäuerinnen Frieda und Rosa neu eindecken. Die leben noch in einer anderen Zeit, sind der Meinung, dass Dinge, die sich bewährt haben, gar nicht verändert werden müssen.

‚Dachschaben’ heißen die Strohbündel, vom Roggen sollten sie sein und wildesten Schneestürmen und heißester Sonne standhalten. Tausende muss der Meister für so ein Dach binden. Doch als erstes steht die Ernte an, auf einem der letzten Roggenfelder hier oben. Das geht am Berg nur mit der Hand und wie in alter Zeit hilft das halbe Dorf dabei mit. Zu Mittag sitzen alle in der Stube zusammen, Frieda und Rosa haben groß aufgekocht.

Am Stadel ist Franz Pircher dann alleine. Fast schlafwandlerisch balanciert er mit den riesigen Strohbündeln über die antike Dachkonstruktion. Manche Teile muss er reparieren oder ersetzen, wie die Firstbretter. Seine Hauptarbeit aber ist das Eindecken.
Mit Weidenruten bindet er viele hundert ‚Schaben’ an die Sparren. Dann bekommt das Dach mit einer scharfen Klinge einen perfekten Bürstenschnitt, den auf die riesige Fläche gleichmäßig hinzukriegen, das ist die Kunst des Meisters.

Dreißig Jahre muss sein Werk jetzt halten. Ob es dann noch einen gibt, der mit der gleichen Geduld und dem Können wie Franz Pircher hier oben steht, um dieses einmalige Erbe zu bewahren und es der nächsten Generation zu übergeben?


 
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